CD-VÖ Trio E.T.A.: Romantisches Grenzgängertum
Das Trio E.T.A. – soeben mit Ersten Preisen bei den internationalen Kammermusikwettbewerben von Osaka und Wien ausgezeichnet – fokussiert sich mit seinem neuen Album „un///known“ auf die eigene romantische DNA: mit Werken von César Franck, Edvard Grieg sowie einem lange Johannes Brahms zugeschriebenen Klaviertrio, die zusammen ein wunderbar vielschichtiges Panorama europäischer Romantik zeichnen.
Die erste Etappe bestreiten die Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbs von 2021 mit César Francks Trio fis-Moll op. 1 Nr. 1 für Klavier, Violine und Violoncello. Dieser offizielle Opener des Franck-Werkkatalogs – sein Opus 1 mit drei Klaviertrios veröffentlichte der damals 17-Jährige im Jahre 1841 – trägt passagenweise nahezu symphonische Züge. Für die Violinistin Elene Meipariani ist es das überzeugendste Trio des Zyklus: „Dieses Werk erinnert mich an ein Gefühl, das manchmal schwer zu fassen ist – an den Moment, in dem man mit jugendlicher Offenheit glaubt: Alles ist möglich; an eine schöpferische Kraft, die keine Grenzen kennt. Für uns ist es nicht nur kompositorisch klug gebaut, sondern ein Werk, das uns auf der Bühne das Gefühl völliger Freiheit gibt: eine Freiheit, getragen von tiefer, grenzenloser Zuversicht.“
Weiter geht es in norwegische Romantikgefilde mit Edvard Griegs Andante c-Moll EG 116 – einem echten Solitär im Schaffen dieses „Naturmystikers der Musik“, das 1878 entstand als Griegs einziger Beitrag für die Klaviertrio-Besetzung.
Komplettiert wird die romantische Trias durch das vermeintlich Brahmssche Trio A- Dur Anhang IV Nr. 5 – gemäß dem Musikwissenschaftler Ernst Bücken entstanden im Sommer 1853. Die Zuschreibungshistorie zu diesem viersätzigen, etwa 33-minütigen Werk ist ebenso verwirrend wie hochspannend.




