CD-VÖ: Noé Inui löst Bachs Meisterwerk von Konventionen

Sie gelten als Prüfstein für jeden jungen Geiger: Bachs sechs Sonaten und Partiten für Violine solo, BWV 1001–1006. Auch der 1985 in Brüssel geborene Geiger Noé Inui musste sich ihnen bereits stellen, doch hat sich Zeit gelassen sie einzuspielen: „Die Erwartung an eine standardisierte Interpretation beeinflusst die meisten Geiger in ihrer Musikalität und verhindert, dass sie eine eigene Vision pflegen.“

Auf seinem neuen Doppelalbum „Sei Solo“ (ARS, 3.7.26) vereint er historisch informierte Aufführungspraxis mit moderner Spielweise: „Für meine Aufnahme habe ich bei einigen Tänzen der 3. Partita eine Spielweise ausprobiert, die als ‚jeu inégal‘ (ungleiches Spiel) bezeichnet wird“, so Noé Inui. „Das bedeutet, dass man gleichwertige Noten abwechselnd lang oder kurz spielt. Dadurch entsteht ein Schwung, der dem modernen Swing oder Jazz ähnelt. Das ist ein Thema, das die Musikwissenschaftler hinsichtlich seiner Anwendung in der Musik Bachs spaltet, in dieser Suite schien mir aber diese besondere Spielweise reizvoll.“

Detailierte Presseinformation