Mehr über Diogenes Quartett

Mit allen Romantikwassern gewaschen: Diogenes Quartett veröffentlicht Reger-CD

Das Diogenes Quartett veröffentlicht beim Label cpo sein erstes Max-Reger-Album mit zwei Werken dieses Meisters der Spätromantik: dem Streichsextett op. 118 sowie dessen letzter Komposition, dem Klarinettenquintett op. 146, besetzungstechnisch komplettiert durch die Virtuosen Wen-Sinn Yang, Roland Glassl und Thorsten Johanns.

Das Diogenes Quartett hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten den Ruf eines Expertenensembles in Sachen Romantik erspielt. Seine gefeierten Gesamtaufnahmen der Franz-Schubert- sowie der Max-Bruch-Quartette legen davon ebenso Zeugnis ab wie das Humperdinck-Album oder – in jüngster Vergangenheit (und allernächster Zukunft mit Vol. 2) – die Einspielung sämtlicher Streichquartette des als „Pfälzischer Mozart“ bezeichneten Friedrich Gernsheim. Dass die vier hocherfahrenen Musiker 2017 auch zu jenen ausgewählten Ensembles zählten, die Beiträge zu dem bislang größten internationalen Max-Reger-Film/Ton-Projekt unter dem Titel „Maximum Reger“ (Fugue State Films) mit 6 DVDs und mehr als 15 Stunden Material beitragen durften – die Box wurde anschließend mit dem Gramophone Magazine Critics‘ Choice und dem BBC Music Magazine Award – ausgezeichnet, spricht für sich.

Das große Plus des Diogenes Quartett ist, dass „die vier Musiker aus ihrem mehr als zwanzigjährigen gemeinsamen Weg schöpfen [können], um ihr persönliches instrumentales Können und ihr schlafwandlerisch sicheres Zusammenspiel zu einem lebendigen und ausdrucksvollen Musikerlebnis zu verbinden.“ (Pizzicato 2019)

Dass das Diogenes Quartett mit dem Reger-Album nun klanglich einen akustischen Blick an den äußersten Rand des Romantikzeitalters (und darüber hinaus) wirft, ist angesichts seiner bisherigen Diskografie fast naheliegend. Die Entscheidung für die beiden Werke opp. 118 und 146 will dabei auch die enorme stilistische Spannweite des Riemann-Schülers spiegeln.

Für das Streichsextett op. 118, dessen langsamen Satz Reger selbst einmal als sein „Gespräch mit dem lieben Gott“ beschrieb, hat das Diogenes Quartett die eigene Streicherfamilie um zwei Mitglieder kurzfristig erweitert: die beiden mittlerweile als Professoren an der Hochschule für Musik und Theater München lehrenden Saitenvirtuosen Wen-Sinn Yang (Vc.) und Roland Glassl (Va.). Beim Klarinettenquintett op. 146, dessen Partitur laut Oswald Beaujean die „melancholisch grundierte Altersweisheit eines gerade 42-Jährigen“ zurückspiegele und dabei resignative Züge offenbare, „als ahne sie, dass ihr die Zukunft nicht gehören werde“, übernimmt die Bläserpartie mit Thorsten Johanns der bislang einzige deutsche Solo-Klarinettist beim New York Philharmonic Orchestra, der heute ebenfalls als Professor (an der Musikhochschule „Franz Liszt“ Weimar) unterrichtet.

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