CD-VÖ: Szymon Nehring spielt Szymanowski – mit Marin Alsop und dem Polish National Radio Symphony Orchestra
Wenn von Szymon Nehring die Rede ist, geraten Fachleute rasch ins Schwärmen. Der Journalist Martin Hoffmeister beschreibt ihn als einen Pianisten, der „wohltuend auf das pianistische Kraftgemeiere verzichtet“ und in seinen Chopin-Deutungen „eine Dimension der Durchdringung und Clarté präsentierte, die den großen Tastenwerken Bachs angemessen wären.“ Kritiker aus Polen und Deutschland heben immer wieder seine strukturelle Klarheit, die poetische Gelassenheit und die seltene Fähigkeit hervor, Virtuosität nie zum Selbstzweck werden zu lassen. Besonders in der Musik seiner Landsleute Chopin und Szymanowski gelinge ihm eine Balance aus nationalem Idiom, modernem Klangdenken und individueller Ausdruckskraft. Damit entwickelt der 30-Jährige eine musikalische Wahrhaftigkeit, die auf Substanz statt Effekten beruht.
Neben dem klassischen Kernrepertoire widmet Szymon Nehring sich intensiv der polnischen Musiktradition und setzt sich für Komponisten ein, die international noch zu wenig Beachtung finden. Besonders Karol Szymanowski nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein – ein Komponist, dessen eigenständige Tonsprache zwischen Spätromantik, Impressionismus und folkloristischen Einflüssen Nehring als künstlerische Herausforderung begreift. Schon 2018 kündigte er in einem Interview an: „Ich finde, dass Karol Szymanowski ein wunderbarer Komponist ist, der weltweit jedoch relativ wenig Beachtung findet. Ich werde versuchen, seine Musik bekannter zu machen.“
Diese programmatische Linie spiegelt sich konsequent in seiner Diskografie wider: Bereits seine Debütaufnahme kombinierte Werke von Frédéric Chopin, Karol Szymanowski und Paweł Mykietyn und zeigte einen Pianisten, der historische und zeitgenössische Klangwelten bewusst miteinander verzahnt. Im Frühjahr 2026 setzt Nehring diesen Weg mit zwei umfangreichen Veröffentlichungen fort.
Am 20. März 2026 (VÖ Datum Deutschland; digital 27. Februar 2026) erscheint bei Rubicon ein neues Album mit Werken von Karol Szymanowski. Im Zentrum stehen die Mazurken op. 50, die in ihrer rhythmischen Komplexität und harmonischen Raffinesse einen eigenständigen Kosmos zwischen Volksmusik und moderner Klangsprache eröffnen. Ergänzt wird das Programm durch die »Symphonie concertante« op. 60, eingespielt gemeinsam mit dem Polish National Radio Symphony Orchestra unter Marin Alsop. Hier präsentiert sich Nehring als sensibler Partner im orchestralen Dialog – nicht als solistischer Dominator, sondern als integrativer Teil eines großformatigen musikalischen Gefüges.




